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Stand 2026-04-29. Zahlen und Beschreibungen folgen der Fachliteratur und nicht dem Marketingmaterial.
=== Zylinder === Zylinder im Urin, genannt auch Harnzylinder und Urinzylinder, sind von Jakob Henle 1844 (nicht ohne Vorläufer) entdeckte zylindrische Gebilde, die als amorphe Zylinder einen Ausguss des Nierenkanälchens mit Tamm-Horsfall Glykoprotein darstellen, das im aufsteigenden Schenkel der Henle-Schleife gebildet wird. In der Matrix aus Tamm-Horsfall-Protein kann eine Vielzahl von Partikeln eingeschlossen sein, die auf unterschiedliche krankhafte Zustände hinweisen können. Aufgrund des Entstehungsmechanismus dieser Eiweiß-Zylinder stammen die eingeschlossenen Partikel immer aus der Niere und nie aus den ableitenden Harnwegen, in deren Sediment sie (bei einer Proteinurie) dann als hyaline Zylinder nachgewiesen werden können. Folgende Harnzylinder können unterschieden werden:
Quellen: de.wikipedia.org
Hyaline Zylinder sind farblos und durchsichtig bzw. glasartig durchscheinend. Sie können bei Nierenkranken und Normalpersonen vorkommen (Abb.). Hyalin-granulierte Zylinder enthalten körnelige Einschlüsse in hyaliner Matrix und können bei Nierenkranken und Normalpersonen vorkommen (Abb.). Granulierte Zylinder weisen auf Nierenkrankheiten, insbesondere Nierenentzündungen, hin. Feingranulierte Zylinder bestehen aus Lysosomen die Proteine enthalten, die im Nierenkörperchen filtriert wurden (Abb.). Grobgranulierte Zylinder bestehen aus teilweise abgebauten weißen Blutkörperchen (Leukozyten) oder Fresszellen (Makrophagen). Wachszylinder sind breite Zylinder mit scharfen Konturen und weisen auf akutes oder chronisches Nierenversagen hin (Abb.). Fettzylinder bestehen meist aus Fetttröpfchen, seltener aus Cholesterinkristallen und treten bei ausgeprägter Eiweißausscheidung oder nephrotischem Syndrom auf (Abb.). Erythrozytenzylinder enthalten rote Blutkörperchen (Erythrozyten). Sie weisen auf eine Glomerulonephritis hin, insbesondere auf eine rasch progressive Glomerulonephritis (Abb.). Hämoglobinzylinder enthalten roten Blutfarbstoff (Hämoglobin). Manchmal findet eine feine Granulierung sich als Reste untergegangene Erythrozyten. Auch Hämoglobinzylinder weisen auf eine Einblutung im Nierenkörperchen aufgrund einer Glomerulonephritis, insbesondere einer rasch progressiven Glomerulonephritis hin. Leukozytenzylinder enthalten weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und treten auf bei akuter interstitieller Nephritis und akuter Pyelonephritis.
Quellen: de.wikipedia.org
Tubulus-Epithel-Zylinder enthalten Epithelzellen aus den Nierenkanälchen und kommen bei akutem Nierenversagen, akuter interstitieller Nephritis und proliferativer Glomerulonephritis vor. Myoglobinzylinder ähneln Hämoglobinzylindern. Sie enthalten Myoglobin und können bei Myoglobinurie aufgrund einer schweren Schädigung der Skelettmuskulatur (Rhabdomyolyse) auftreten. Bilirubinzylinder sind braun gefärbt und enthalten Bilirubin bzw. dessen Metabolite (Stoffwechselprodukte) und treten auf bei Zerfall roter Blutkörperchen sowie Erkrankungen der Leber und Gallenwege (Abb.). Zylinder, die Mikroorganismen (Bakterien, Hefen) enthalten, können bei bakteriellen oder Pilzinfektionen der Nieren auftreten. Kristallzylinder, die Harnsäure- (Uratzylinder), Oxalat- oder andere Kristalle enthalten, können bei allen Zuständen auftreten, die mit einer erhöhten Ausscheidung von Kristallen (Kristallurie) einhergehen. Gemischte Zylinder: Schließlich können auch Mischformen unterschiedlicher Typen von Zylindern auftreten. Abzugrenzen von den echten Zylindern sind Zylindroide und Pseudozylinder. Zylindroide sind bandartige Strukturen mir spitzen oder ausgefransten Enden. Ihre Entstehung ist nicht geklärt, sie können auch bei Gesunden auftreten. Pseudozylinder sind zylindrische Ablagerung von Uraten.
Quellen: de.wikipedia.org
Häufige Kristalle: Meist ist die Ausscheidung von Urat-, Oxalat- oder Phosphat-Kristallen harmlos und durch Ausfällung der Substanzen in einem konzentrierten Urin verursacht. In seltenen Fällen kann eine Kristallurie aber auf Stoffwechselstörungen wie Hypercalciurie, Hyperoxalurie oder Hyperurikosurie hinweisen.
Quellen: de.wikipedia.org
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